Nicht alles was geht ist auch sinnvoll…..

so empfinde ich auch die Reaktionen, die ich über die Google-Werbung immer wieder vorgesetzt bekomme.

Lassen Sie mich etwas in die Vergangenheit gehen:

Ich gehe auf eine Seite, bei der es um Webseiten, Hosting und Online-Marketing geht. Folgerichtig habe ich auf dieser Seite (sofern nicht vom Betreiber der Seite gesperrt) auch Werbung, die sich in diesem Kontext bewegt.

Das mag für den Seitenbetreiber ärgerlich sein, aber der Besucher, der sich in diesem Moment mit dem Thema „Hosting“ beschäftigt, ist das durchaus sinnvoll.

Und wenn ich als Besucher geistig das Thema „Hosting“ abgeschaltet habe, weil es erledigt ist, wechsle ich auf eine Seite, bei der es um Gesundheit und Verdauung geht. Gut, dass ich da früher keine Werbung mehr zum Thema Hosting gesehen habe.

Und wie wird jetzt über die Google-Werbeanzeigen entschieden?

Jetzt ist jedoch alles anders geworden.  Jetzt verwendet Google mein „Profil“, also mein bisheriges Suchverhalten, um zu entscheiden, was ich ab jetzt und in der Zukunft an Werbung präsentiert bekomme.

Diese Strategie beschert uns neben unsäglichen Diskussionen über das Speichern von Bewegungsprofilen eigentlich nur Schrott.

So zeigt sich die hirnrissige Datenverwendung

Hier ein paar echte Beispiele meines Suchverhaltens, und der Besuch bestimmter Webseiten, und das Ergebnis der Werbeanzeigen, die ich sehe:

Situation 1: Ein älterer Nachbar, der sich nicht im Internet auskennt, bittet mich um meine Hilfe. Ich soll ihm helfen, im Internet Angebote über Treppenlifte zu bekommen.

Ergebnis 1: Ich bekomme für ca. 2-3 Wochen ständig Werbeanzeigen von Treppenliften angezeigt, obwohl ich nach den 30 Minuten Recherche weder nochmals eine Treppenliftseite aufgesucht, noch noch einmal danach gesucht habe.

Situation 2:  Ich habe mich entschieden, mir ein neues Notebook zu kaufen, und suche über Google nach günstigen Angeboten.

Ergebnis 2: Die Google-Suchergebnisse sind gut. Neben guten Shopseiten finde ich auch Inhalte in speziellen Fachforen. Hier werden mir allerdings keine Notebookanzeigen, sondern Anzeigen von Shop-Apotheke, da ich die Seite ein paar Minuten zuvor aufgerufen hatte.

Situation 3: Für ein Projekt (Immobilien Crowdinvesting) mache ich eine Recherce nach den Suchbegriffen.

Ergebnis 3: Während der Recherche erhalte ich alle möglichen Google-Anzeigen präsentiert.  Allerdings keine zu meinem aktuellen Interesse. Die Anzeigen zu Crowdinvesting erhalte ich erst, als ich feierabend mache, und auf der Suche nach einem preiswerten Wellness-Hotel bin.

Situation 4: Ich such auf der Seite von Conrad-Elektronik nach einem zusätzlichen Accesspoint für mein Home-Office. Ich werde dazu auch fündig und bestelle sofort.

Ergebnis 4: Ich bekomme trotz des abschließenden Kaufes bei Conrad immer wieder Google-Ads von Conrad, mit der Werbung für Accesspoints angezeigt.

Wennschon Auswertung und Entscheidung über Anzeigen, dann bitte mit vollständigen Daten, und nicht „halbscharig“, wie wir in Bayern sagen, vor der wichtigsten Entscheidungen im Kaufprozess damit aufhören.

Die Selbstbefriedigung diverser Datensammler, die meinen, allein aus den Daten meiner Vergangenheit darauf schließen zu können, was mich im Moment gerade interessiert, ist ein Schuß ins Ofenrohr.

Diese 4 Beispiele mit den eher unsinnigen Google-Entscheidungen könnte ich noch beliebig fortsetzen.

Was tun?

Die beste Werbung ist immer noch die, die mich genau in dem Moment erreicht, in dem ich das Bedürfnis danach habe. Das habe ich vor über 30 Jahren bei der Ausbildung zum Betriebswirt gelernt, und das hat sich in der Vergangenheit bis heute immer wieder bestätigt. Und vor allem: Ich sehe das jeden Tag bei meiner Reaktion und bei meinem eigenen Klickverhalten.

Eine Bitte zum Schluß:

Nehmt doch bitte die datensammelwütigen Informatiker weg von der Entscheidung über die Anzeigen, und setzt einfach mal Menschen mit einem verbliebenen gesunden Menschenverstand hin. Dazu ist nicht mal Abitur nötig….

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen nur die Werbeanzeigen, die Sie auch tatsächlich interessieren!

 

Ihr

Rudolf Fiedler

Direct-Cool – ein neuer „MLM-Stern“ am Himmel?

oder: Direct-Cool – Nur eine Sternschnuppe

Network-Marketing-Produkte gibt es mittlerweile wie Sand am Meer.  Von den alten Platzhirschen wie AMC, Tupperware, Avon abgesehen tummeln sich die meisten davon vorwiegend im internet um eine möglichst große Plattform zu erreichen.

Die meisten dieser Angebote haben nur eine recht kurze Halbwertszeit, zuerst erfolgt ein „Launch“ oder ein „Pre-Launch“ mit großem Getöse und großartigen Versprechunen, aber meistens holt die Realistät diese Aussagen recht schnell ein. „Direct-Cool – ein neuer „MLM-Stern“ am Himmel?“ weiterlesen